Capsule Wardrobe – Minimalismus liegt im Trend

Capsule Wardrobe – Minimalismus liegt im Trend

Foto: Capsule Wardrobe - Minimalismus Im Kleiderschrank

@Pixabay – Markus Spiske

Minimalismus im Kleiderschrank

Wer kennt das nicht: Wir stehen morgens vor einem übervollen Kleiderschrank und wissen nicht, was wir anziehen sollen. Dadurch empfinden wir einen Mangel und kaufen immer mehr Klamotten, ein Teufelskreis beginnt. Vieles davon sind Schnäppchenkäufe, die wir vielleicht nur einmal tragen, da wir in Bezug auf Farbe, Form oder Qualität letztendlich doch nicht davon überzeugt sind. Oder wir horten über Jahre hinweg liebgewonnene Kleidung, die entweder nicht mehr passt, oder mittlerweile den einen oder anderen Defekt hat. So verlieren wir völlig den Überblick und wissen am Ende gar nicht mehr, was wir alles besitzen.

Minimalismus im Kleiderschrank oder auch Capsule Wardrobe ist die Lösung und liegt auch im Sinne von Slow-Fashion voll im Trend. Ziel der Capsule Wardrobe ist es, hauptsächlich Kleidungsstücke zu besitzen, die nicht aus der Mode kommen. Sämtliche Kleidungsstücke sollen zeitlos und gut miteinander kombinierbar sein.

 

Ich möchte Ihnen in vier Schritten zeigen, wie Sie eine Capsule Wardrobe aufbauen können.

Foto: Capsule Wardrobe - Minimalismus Im Kleiderschrank

@Pixabay – Alina Lelikova

1. Setzen Sie sich ein Ziel und definieren Sie den Einsatz Ihrer Capsule Wardrobe

Als erstes sollten Sie sich überlegen, wieviel Kleidungsstücke Ihre Capsule Wardrobe enthalten soll. Dafür müssen Sie sich überlegen, wo Ihre Bühnen im Alltag sind und welche Garderoben Sie im Alltag brauchen. Wie sieht Ihr Freizeit-Look aus, gibt es im Job einen Dresscode?
Erstellen Sie als nächstes eine Tabelle, die verschiedene Kategorien enthält, beispielsweise Sport, Job, Freizeit, ausgehen, Freunde, zu Hause. Versuchen Sie, Ihre Kleidung ungefähr in diese Kategorien einzuordnen, dann können Sie am besten Ihren Kleidungsalltag visualisieren. Legen Sie für zwei Wochen fest, was Sie normalerweise brauchen, und machen Sie sich in dieser Tabelle darüber eine Strichliste.

 

 

@ Pixabay – Wokandapix

2. Detox-Kur für den Kleiderschrank

Und nun geht es ans „ausmisten“, in der Tat die lästigste Arbeit zum Erreichen einer Capsule Wardrobe. Schauen Sie sich jedes Teil genau an. Verschaffen Sie sich einen Überblick, und breiten Sie ihre gesamte Kleidung fächerförmig aus, Oberteile wie Unterteile und prüfen Sie:
• Ist das Teil kaputt oder abgetragen: dann ab in den Müll.
• Haben Sie das Teil schon über ein Jahr nicht mehr getragen, weil es Ihnen nicht mehr gefällt: dann spenden oder verkaufen.
• Gibt es kleine Schönheitsfehler, wie lose Nähte, fehlende Knöpfe: dann reparieren.
• Ist das Teil unbequem, oder passt es nicht mehr: dann spenden oder verkaufen.
• Tragen Sie das Teil regelmäßig: dann zurück in den Schrank.
• Können Sie das Teil für mehrere Outfits verwenden: dann zurück in den Schrank.

 

@ Pixabay – Ylanite Koppens

3. Analysieren Sie Ihren Stil

Nun schauen Sie, was von den Klamotten übrig geblieben ist und was Ihnen davon gefällt. Lässt sich ein bestimmter Stil erkennen? Welche Farben dominieren? Gibt es bestimmte Muster oder Schnitte? Damit sich die Kleidungsstücke gut miteinander kombinieren lassen, müssen Sie ein Farbkonzept entwickeln. Schauen Sie, welche Basisfarben enthalten sind, das könnte beispielsweise dunkelblau, anthrazit oder grau sein. Diese Basisfarben eignen sich sehr gut als Jacken, Blazer, Hosen oder Röcke. Hierzu passen auch sehr schön bunte Farben oder auch neutrale Farben wie hellgrau, beige oder weiß.
Oft reichen für eine Capsule Wardrobe 40 Teile pro Jahreszeit inklusive Schuhe aus. Je nach Typ kann die Capsule Wardrobe jedoch unterschiedlich sein. Der casual gekleidete Typ benötigt beispielsweise eine helle und dunkle Jeans und eine dunkle Stoffhose, die mit Blusen oder Shirts in einer neutralen Farbe gut miteinander kombiniert werden kann. Eine Jacke oder ein Blazer in einer Basisfarbe runden den Look ab. Der klassisch gekleidete Typ benötigt dafür zusätzlich den einen oder anderen Hosenanzug oder ein Kostüm, dazu ebenfalls Blusen oder Shirts in einer neutralen Farbe. Der Anteil an hochwertigen Basics sollte in jedem Fall überwiegen.
Feilen Sie so lange an Ihrer Kleidung, bis sie voll und ganz Ihrem Stil entspricht. Schießen Sie Fotos und achten Sie darauf, welche Teile gut zusammenpassen.

 

@ Pixabay – Markus Spiske

4. Ändern Sie Ihr Shoppingverhalten

Da Sie nun wissen, was Ihnen steht und was Ihnen fehlt, erstellen Sie vor Ihrem nächsten Einkauf eine Shoppingliste über die Teile, die Ihre Capsule Wardrobe sinnvoll ergänzen. Versuchen Sie, Ihre Shopping-Liste der Priorität entsprechend abzuarbeiten. Sollten Sie ein Kleidungsstück für einen einmaligen Anlass benötigen, versuchen Sie, sich etwas zu leihen oder schauen Sie im Second-Hand Laden. Kaufen Sie nur etwas Neues, wenn Sie es wirklich ersetzen müssen, oder wenn Sie das Teil mehrmals in der Woche anziehen wollen. Handeln Sie nach dem Prinzip, wenn etwas Neues hinzukommt, dann nur, wenn etwas anderes geht. Je weniger Sie Ihre Garderobe nach kurzfristigen Trends ausrichten, desto nachhaltiger wird sie sein, setzen Sie dafür lieber auf Qualität.

Imageberater können zielgerichtet weiterhelfen

Falls Sie bei Ihrer Garderobenplanung Unterstützung benötigen, gönnen Sie sich eine Farb- Stil- Imageberatung. Eine Investition, die sich langfristig sehr lohnt. Hier wird Ihnen anschaulich gezeigt, welche Farbtöne für Sie vorteilhaft sind, wie Sie für sich die optimalen Farbkombinationen finden und umsetzen, welche Schnitte Ihre Figur vorteilhaft betonen, wie Sie sicher Kombinationen zusammenstellen und Accessoires vorteilhaft einsetzen. Hinterher checkt ein neutraler Blick Ihren Kleiderschrank durch.
Sie sparen Zeit und Geld und bekommen viele Tipps, wie Sie in Zukunft ganz im Sinne des Slow Fashion Ihre Capsule Wardrobe erhalten und Freude daran haben.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Geduld beim „ausmisten“ und Ausprobieren und viel Erfolg beim Aufbau Ihrer Capsule Wardrobe. Genießen Sie hinterher das schöne und befreiende Gefühl eines aufgeräumten Kleiderschranks.

Ihre Maike Lassen

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